ANTWORTEN ZU HÄUFIG
GESTELLTEN FRAGEN
- Was muss für eine
Plasmaanlage bereitgestellt werden (Anschlüsse...)?
- Was ist
Plasmaaktivieren?
- Was ist
Plasmaätzen?
- Was ist
Plasma?
- Was ist ein
Plasmaetcher / Plasma etcher?
- Was ist ein
Plasmacleaner / Plasma cleaner?
- Was ist ein
Plasmaasher / Plasma asher?
- Verwendbare
Gasarten?
- Können Teile auch
nur teilweise geätzt bzw. behandelt werden?
- Kann Plasma auch
bei materialkombinierten Teilen angewandt werden?
- Ist es möglich,
Folien zu behandeln?
- Inwieweit können
die Eigenschaften einer Oberfläche verändert bzw. verbessert
werden?
- In welchem
Druckbereich wird gearbeitet?
- Geeignete
Materialien zur Plasmabehandlung:
- Entstehen giftige
oder entflammbare Abgase?
- Entstehen
gesundheitsschädliche Strahlungen während der
Plasmabehandlung?
- Bis zu welcher
Schichtdicke kann geätzt werden?
- Anwendungsmöglichkeiten?
[ Was muss für eine Plasmaanlage bereitgestellt werden
(Anschlüsse...)? ]
Für Kleinanlagen ist eine
Spannungsversorgung von 230 V und ein Abzug für Abgase der
Vakuumpumpe nötig. Größere Anlagen benötigen eine
Spannungsversorgung von 400 V, einen Druckluftanschluss mit
5-6 mbar und ebenfalls einen Abzug. 
[ Was ist Plasmaaktivieren? ]
Unter Plasmaaktivieren
versteht man die Bildung von
Radikalstellen
an der Oberfläche. Klebstoffe und Lackiersysteme können besser
angekoppelt werden. Die Prozesszeiten liegen zwischen 1 - 5
min.
[ Was ist Plasmaätzen? ]
Bei längeren
Prozesszeiten (länger als ca. 5 min.) wird Material von der
Oberfläche abgetragen. Durch die Ätzung wird die Oberfläche
strukturiert und vergrößert. Dadurch entsteht eine bessere
Anbindung von Kleb- und Lacksystemen. Die Anwendung ist
hauptsächlich auf den Kunststoff-, Elastomer- und
Halbleiterbereich beschränkt.
[ Was ist Plasma? ]
Plasma ist ein ionisiertes
Gas. Das heißt, neutrale Gasatome werden aufgespalten in Ionen
und Elektronen. Um neutrale Gase aufzuspalten muss Energie
zugeführt werden. Diese Energie wird dem Plasma mit Hilfe
elektrischer Felder zugeführt. Zur Anregung des Plasmas können
Gleichspannungsquellen oder Wechselspannungsquellen verwendet
werden. Plasmen im Druckbereich unter ca. 10 mbar werden als
Niederdruckplasma bezeichnet.
[ Was ist ein Plasmaetcher / Plasma etcher?
]
Plasmaanlagen werden unter anderem auch als
"Plasmaetcher / Plasma etcher" (Plasmaätzer) bezeichnet. Mit
ihnen können verschiedene Oberlfächen angeätzt werden.
[ Was ist ein Plasmacleaner / Plasma cleaner?
]
Plasmaanlagen werden unter anderem auch als
"Plasmacleaner / Plasma cleaner" (Plasmareiniger) bezeichnet.
Mit ihnen können verschiedene Oberflächen gereinigt werden.
[ Was ist ein Plasmaasher / Plasma asher?
]
Plasmaanlagen werden unter anderem auch als
"Plasmaasher / Plasma asher" (Fotolackverascher) bezeichnet.
Mit ihnen können Fotolacke "verascht" d.h. entfernt
werden.
[ Verwendbare Gasarten? ]
Hauptsächlich
werden folgende Prozessgase verwendet:
-
Sauerstoff
- Wasserstoff
- Argon
-
Stickstoff
- fluor-haltige Gase und deren
Mischungen
[ Können Teile auch nur teilweise geätzt bzw. behandelt
werden? ]
Durch eine geeignete Maskierung kann die
Oberfläche vor der Plasmabehandlung (auch teilweise) geschützt
werden (z. B. ist es beim Kunststoffschweissen notwendig, die
Schweiss-Stelle vor der Plasmabehandlung zu schützen, um ein
problemloses Schweissen zu gewährleisten).
[ Kann Plasma auch bei materialkombinierten Teilen
angewandt werden? ]
Auch materialkombinierte
Teile können plasmabehandelt werden (siehe auch Punkt
7).
[ Ist es möglich, Folien zu behandeln? ]
Generell
ist es möglich Folien zu behandeln. Es ist jedoch eine
aufwendigere Anlagentechnik notwendig. Die Folien werden
während des Plasmaprozesses von Rolle zu Rolle gespult.
[ Inwieweit können die Eigenschaften einer Oberfläche
verändert bzw. verbessert werden? ]
Grundsätzlich wird
durch die Plasmabehandlung die Oberflächenspannung erhöht. Die
Oberfläche wird somit besser benetzbar (siehe auch Punkt
9).
[ In welchem Druckbereich wird gearbeitet?
]
Der Arbeitsdruckbereich liegt bei ca. 0,1
bis 1 mbar.
[ Geeignete Materialien zur Plasmabehandlung:
]
Prinzipiell gibt es keine Einschränkung.
Entscheidend ist, dass die zu behandelnden Materialien nicht
oder nur wenig ausgasen (Vakuumtauglichkeit).
[ Entstehen giftige oder entflammbare Abgase?
]
Durch das Arbeiten im Vakuum ist der
Prozessgasdurchsatz sehr gering. Somit entstehen auch nur sehr
geringe Emissionen. Das Pumpensystem wird während des Betriebs
gespült. Brennbare Gase werden so unterhalb der
Explosionsgrenze verdünnt und sind nicht mehr brennbar. Bei
Verwendung von giftigen oder Fluor-haltigen Prozessgasen
werden zusätzliche Abgas-Filter verwendet.
[ Entstehen gesundheitsschädliche Strahlungen während der
Plasmabehandlung? ]
Die entstehenden Strahlungen
innerhalb der Plasmakammer werden absorbiert und nicht in den
Raum abgegeben. Es besteht keine Gefahr.
[ Bis zu welcher Schichtdicke kann geätzt werden?
]
Die Ätzrate ist abhängig von der angebrachten
Leistung und dem Prozessgas. Die Ätzraten liegen zwischen 10
und 100 µ pro Stunde.
[ Anwendungsmöglichkeiten?
]
Plasmabehandlung kann in sehr vielen
Bereichen angewandt werden. Die Hauptanwendungen sind aber:
Reinigen, Aktivieren, Ätzen und das Beschichten von
Oberflächen.
